Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung von COMPANY PARTNERS auf Basis der Monatsdaten der Arbeitsagentur und einer Sonderauswertung der COMPANY PARTNERS Corona-Umfrage aus dem Dezember 2020.

Der Zeitarbeitsmarkt hat sich bedingt durch die Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) mit Höchstüberlassungsdauern und Equal-Pay kontinuierlich zurückentwickelt – gemessen an der Anzahl der beschäftigten Zeitarbeiter. Corona hat zu einem weiteren Rückgang in 2020 beigetragen.

Betrachtet man den Oktober 2020, so fehlen dem Markt 34% der Beschäftigten im Vergleich zum Oktober 2017. Vor den Folgen der AÜG-Novelle hatte COMPANY PARTNERS bereits am 27. März 2017 gewarnt – die prognostizierte Konsolidierung findet nun am Markt statt.

Das ergibt sich aus der jüngsten Umfrage von COMPANY PARTNERS zur Betroffenheit von Unternehmen durch Corona, publiziert Ende Dezember 2020. Sie wurde gezielt auf die Betroffenheit und Maßnahmen gegen die Krise bei Personaldienstleistern ausgewertet.

75% der befragten Personaldienstleister sehen sich durch die Corona-Krise betroffen.

In der Umfrage hatte COMPANY PARTNERS nach Maßnahmen und deren Priorisierung gefragt. Branchenübergreifend hatte die Digitalisierung die höchste Priorität. An zweiter Stelle stand die Erweiterung der Kundenbasis, gefolgt von Kostensenkungsmaßnahmen.

Anders sieht es in der Branche der Personaldienstleister aus. Zwar steht die Automatisierung an erster Stelle. Auf Platz 2 mit fast identischer Priorität aber folgt der Verkauf von Betriebsteilen oder sogar des gesamten Unternehmens. Viertwichtigste Maßnahme ist die Senkung der Personalkosten. Das spricht für einen ausgeprägten Pessimismus hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung – und prägt den Eindruck von Ausverkaufsstimmung.

Maßnahmen zur Steigerung des Wachstums wie die Erweiterung des Kundensets und die Intensivierung des Vertriebs finden sich erst auf Platz 3 und 5. Das zeigt die folgende Grafik mit den Maßnahmen-Prioritäten 1 – 7.

Die Digitalisierung, die in anderen Branchen die höchste Priorität hat, haben die befragten Unternehmen bei den Personaldienstleistern in der Rangfolge noch hinter der Beschaffung von Fremdkapital eingeordnet.

Interessanterweise liegt in diesem schrumpfenden Markt der Zukauf von Mitbewerbern an vorletzter Stelle der Maßnahmen. Das kann die Umsetzung der Verkaufsmaßnahmen von Betrieben/Betriebsteilen erschweren oder deutlich auf die Verkaufspreise drücken.

Empfehlungen COMPANY PARTNERS

Am 31.07.2019 publizierte COMPANY PARTNERS auf der Basis eine Umfrage die Erfolgsfaktoren in der Zeitarbeit. „Während der Zeitarbeitsmarkt schrumpft, schaffen es einige Zeitarbeitsunternehmen, gegen den Trend zu wachsen. Schrumpfende Zeitarbeitsunternehmen müssen ihren Vertrieb ausbauen und die Bindung der Mitarbeiter stärken. Vertriebsstarke, wachsende Unternehmen sollten in weitere Geschäftsfelder investieren, denn Vertriebsstärke ist ein Erfolgsfaktor.“

COMPANY PARTNERS erwartet, dass sich die Konsolidierung im Markt der Personaldienstleister unter dem Corona-Einfluss noch fortsetzen wird. Erfolgreiche Personaldienstleister sollten diese Zeit nutzen, den Wettbewerb zu verdrängen. Nicht erfolgreiche Unternehmen müssen sich jetzt schnellstmöglich bis Ende 2021 restrukturieren, um überleben zu können. Danach dürfte auch die Kostenentlastung durch Kurzarbeitergeld in dieser Branche komplett entfallen sein.

COMPANY PARTNERS sieht trotz der aktuell rückläufigen Entwicklung für die Zukunft Wachstumspotential in der Branche der Personaldienstleistungen: deren Kunden werden künftig mehr auf flexible Beschäftigungen setzen, um in neuen Krisen flexibler auf Auftragsschwankungen reagieren zu können. Zeitarbeit leistet hier einen wesentlichen Beitrag und die Zeitarbeitsbranche wird als erste von einem Konjunkturanstieg profitieren.

Quelle: https://companypartners.de/ausverkauf-im-zeitarbeitsmarkt-personaldienstleister-auf-restrukturierungskurs/

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