Wie die Personalwirtschaft berichtet:

Arbeitslosenquote Aussicht, Inflationsrate und reale Löhne 2019

Beschäftigungszuwachs in den meisten Branchen

Nicht nur für den Rest von 2018, sondern auch für das kommende Jahr sind die Aussichten für den Arbeitsmarkt offenbar äußerst positiv. Die Arbeitlosigkeit wird weiter sinken, voraussichtlich auf nur noch 2,23 Millionen Personen im Jahresdurchschnitt 2019.

Der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend bei den Beschäftigungszahlen wird vor allem vom Dienstleistungsbereich und durch die hohe Zuwanderung bestimmt. Am Ende dieses Jahres wird es 600.000 mehr Erwerbstätige geben als 2017 und für 2019 ist nochmal ein Anstieg um 490.000 Personen zu erwarten. Die Zahlen werden zudem davon gestützt, dass etwa drei Viertel aller Erwerbstätigen sozialversicherungspflichtig angestellt sind, auch hier ist die Tendenz steigend. Aber es sind weiterhin zwölf Prozent aller Arbeitenden nur „marginal beschäftigt“, wie es das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) beschreibt.

Öffentlicher Dienst und Erziehung erzielen die höchsten Beschäftigungsgewinne

Das Institut prognostiziert weiter, dass insbesondere im Öffentlichen Dienst, in Erziehung und Gesundheit die stärksten Anstiege bei den Beschäftigtenzahlen zu erwarten seien. Gründe dafür sind der Ausbau der Kindertagesbetreuung sowie der stärkere Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen, besonders in der Pflege. Ähnlich starke Zugewinne können Handel, Verkehr und Gastgewerbe sowie das Produzierende Gewerbe erwarten.

Eine Branche wird jedoch in diesem und im nächsten Jahr schrumpfen: Die Finanz- und Versicherungsdienstleister. Hier werden aufgrund der Digitalisierung und der Konsolidierung im Bankensektor weniger Mitarbeiter gebraucht.

Langfristig ist kein Wachstum mehr zu erwarten

Doch die Nachfrage der Unternehmen nach weiterem Personal wird zunehmend schlechter gedeckt werden können, so das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung). Derzeit wirken sich die Zuwanderung und die gute Konjunktur auch für die kommenden Jahre noch positiv aus. Doch die demografischen Veränderungen, so betont das IAB mehrfach, werden sich stetig stärker auf das Erwerbspersonenpotenzial niederschlagen. Umso wichtiger sei eine fundierte Integration von Langzeitarbeitslosen und Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.

Außerdem wird das Problem der zunehmenden Zweitjobs nicht gelöst werden. Immer mehr Menschen müssen wegen zu geringen Einkommens im Hauptberuf eine Nebentätigkeit aufnehmen. Der Anteil der Beschäftigten, die einer Mehrfachbeschäftigung nachgehen, steigt im nächsten Jahr auf 8,3 Prozent.

Des Weiteren berichtet die Personalwirtschaft:

„Reallöhne steigen 2019 zum dritten Mal in Folge nicht über ein Prozent

Dieses Jahr fallen die Gehälter in Deutschland nominal um durch- schnittlich 2,6 Prozent höher aus als 2017. Im kommenden Jahr steigen sie laut einer aktuellen Prognose um 2,9 Prozent. Aufgrund der erwarteten Inflationsrate sehen die Reallohn- steigerungen allerdings anders aus.

2017 stiegen die Löhne hierzulande nominal um 2,4 Prozent. Wegen der Inflation von 1,8 Prozent lag die reale Gehaltssteigerung jedoch nur bei 0,6 Prozent. Auch 2018 müssen sich die Arbeitnehmer mit einer realen Lohnerhöhung von lediglich 0,9 Prozent – ausgegangen von 1,7 Prozent Inflation – zufriedengeben.

Mitarbeiter der Transportbranche haben dieses Jahr faktisch weniger in der Tasche als 2017

Beschäftigte im Transportsektor, die nicht tariflich gebunden sind, haben derzeit bei einem Lohnanstieg von durchschnittlich nur 1,5 Prozent real weniger Geld zur Verfügung, denn bei einer Inflation von 1,7 Prozent ergibt sich ein Minus von 0,2 Prozent. Mitarbeiter von Energieversorgern sowie in der Öl- und Gasindustrie kommen zwar nicht in den Minusbereich, doch stieg der Nominallohn dieses Jahr lediglich um 1,9 Prozent. Dienstleistungen erzielen mit einer nominalen Steigerung von 2,1 Prozent ein Plus von 0,4 Prozent realem Lohnzuwachs. Das zeigt die jährliche Untersuchung der deutschen Gehaltszahlen von > Korn Ferry. Basis der Analyse ist die Gehaltsdatenbank PayNet, die Gehaltsdaten von mehr als 20 Millionen Arbeitnehmern in 25 000 Unternehmen weltweit enthält. Die geringe Lohnentwicklung in der Öl- und Gasindustrie erkläre sich damit, dass das Gehaltsniveau dort bereits verhältnismäßig hoch war, sagt Annette Goldhausen, Vergütungsexpertin bei Korn Ferry.

2019: Nominallohn steigt um 2,9 Prozent

Für 2019 sagen die Wirtschaftsforschungsinstitute eine Inflation von 1,9 Prozent voraus; bei dem laut Studie prognostizierten Nominallohn von 2,9 Prozent würde ein realer Lohnzuwachs von genau einem Prozent übrigbleiben. Zwischen den Hierarchieebenen im Unternehmen gibt es keine großen Unterschiede: Für tarifliche und außertarifliche Mitarbeiter gehen die Unternehmen von durchschnittlich 2,9 Prozent Nominalerhöhung aus, für leitende Angestellte und obere Führungskräfte erwarten sie 2,8 Prozent.

Chemie- und Pharmaindustrie planen stärkste Erhöhungen

Die Untersuchung der Nominallohnentwicklung nach Branchen zeigt, dass die Chemieindustrie für das kommende Jahr mit durchschnittlich 3,3 Prozent Steigerung (0,4 Prozent mehr als 2018) die stärksten Gehaltserhöhungen plant. An zweiter Stelle mit 3,1 Prozent (plus 0,2 Prozent gegenüber diesem Jahr) steht der Bereich Health & Life Sciences, gefolgt vom Sektor Industrielle Güter mit 2,9 Prozent (0,3 mehr als 2018). Auch die Automobilindustrie will die Löhne im nächsten Jahr um 0,3 Prozent stärker erhöhen als dieses Jahr; der Gehaltszuwachs soll 2,8 Prozent betragen. Ähnliche Budgets wie 2018 planen die High-Tech-Unternehmen. Die geringsten Lohnsteigerungen, die bereits für 2019 prognostiziert werden konnten, verzeichnet die Öl- und Gasindustrie mit durchschnittlich 2,2 Prozent. An vorletzter Stelle befindet sich der Bereich Konsumgüter mit einer erwarteten Lohnanhebung von 2,4 Prozent.

Fachkräftemangel in bestimmten Berufen führt zu höheren Gehaltskosten

Unabhängig von den prognostizierten Lohnerhöhungen können bei bestimmten Berufsgruppen, etwa in der IT oder bei Ingenieuren, bereits seit einiger Zeit deutliche höhere Gehaltssteigerungen beobachtet werden. Das gelte, so Goldhausen, auch für Mitarbeiter, die ihre hierarchische Stellung verbessern oder extern rekrutiert werden. Diese Erhöhungen seien aber auf individuelle Verhandlungen zurückzuführen und wirkten sich zwar auf die Gesamtkosten für Löhne und Gehälter aus, jedoch nicht auf die prognostizierten Gehaltsanstiege für das gesamte Unternehmen. Das Korn Ferry Institute geht davon aus, dass die Gesamtkosten bis zum Jahr 2030 um 176 Milliarden US-Dollar steigen können, da der deutschen Wirtschaft laut anderen Studien bis dahin 4,9 Millionen Arbeitskräfte fehlten. Das, so Goldhausen, merkten Arbeitgeber bereits heute bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter in den Gehaltsverhandlungen und zwar sowohl bei Berufseinsteigern als auch bei erfahrener Fach- und Führungskräften.

Quellen:

https://www.personalwirtschaft.de/der-job-hr/arbeitswelt/artikel/arbeitsmarktprognose-beschaeftigungszuwachs-in-den-meisten-branchen.html

https://www.personalwirtschaft.de/verguetung/artikel/realloehne-in-deutschland-steigen-2019-zum-dritten-mal-in-folge-nicht-ueber-ein-prozent.html